US-amerikanische Studie zur Zwerchfellstimulation bei der ALS

Bei der ALS kommt es zu einer fortschreitenden Verminderung der Atemfunktion, da die neuronale Steuerung der Zwerchfellmuskulatur und der Atemhilfsmuskulatur gestört wird. In der Folge besteht eine schädliche Anreicherung von Kohlendioxid mit den Komplikationen der Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit und Verminderung kognitiver Funktionen. Eine fortschreitende respiratorische Insuffizienz ist der lebensbegrenzende Faktor der ALS. Vor diesem Hintergrund hat eine US-amerikanische Arbeitsgruppe an der Cleveland-Clinic in Ohio/USA in Kooperation mit einem Biotechnologieunternehmen (Synapse Biomedical) ein Verfahren entwickelt, um dem Muskelabbau des Zwerchfells (Diaphragma) entgegenzuwirken. Seit Januar 2005 wurden 10 Personen im Rahmen einer Pilotstudie an der Universitätsklinik in Cleveland mit einem neuartigen Stimulationssystem des Diaphragmas versorgt. Der elektrische Stimulator befindet sich außerhalb des Körpers, während die Stimulationselektroden im Rahmen eines endoskopisch-chirurgischen Eingriffs am Diaphragma implantiert werden. Die längsten Erfahrungen liegen mit einem Patienten vor, der seit März 2000 über das elektrische Stimulationsverfahren des Zwerchfells beatmet wird. Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass die Zwerchfellstimulation eine geeignetere Form der Beatmungsunterstützung im Vergleich zu den bisherigen Beatmungstechniken darstellt. Weiterhin soll in einer aktuellen Studie untersucht werden, ob der Zeitpunkt der Beatmungsabhängigkeit bei einer frühzeitigen Stimulation verzögert werden kann. Die Interventionsstudie ist an den Universitätskliniken in Cleveland, Stanford und Baltimore geplant. Eine europäische Studie zur dieser Therapieoption ist bisher nicht vorgesehen. Eine Entscheidung ist von den Ergebnissen der US-amerikanischen Studie abhängig, die im November 2006 begann.