Therapiestudie mit Pioglitazone in Deutschland geplant

Im Sommer 2008 ist der Beginn einer akademischen Therapiestudie an verschiedenen ALS-Zentren in Deutschland mit dem Medikament Pioglitazone geplant. Es handelt sich um ein etabliertes orales Antidiabetikum, das sich bei Patienten mit Diabetes mellitus in einer breiten Anwendung befindet. Experimentelle Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass neben den antidiabetischen Eigenschaften das Medikament Pioglitazone über entzündungshemmende Effekte und neuroprotektive Merkmale verfügen kann. In einer Untersuchung am transgenen Tiermodell der ALS konnte in einer neurobiologischen Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Bonn im Jahr 2005 gezeigt werden, dass Pioglitazone günstige Effekte auf den Krankheitsverlauf im TiermodelI aufweisen kann (Schütz et al. J Neurosci 2005; 24:7805 – 78012). Die Mausstudien erbrachten eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufes und ein Überlebensvorteil für transgene ALS-Mäuse bei Pioglitazone- Behandlung. In einer weiteren Veröffentlichung aus dem Jahr 2008 berichtet eine japanische Arbeitsgruppe ebenfalls von neuroprotektiven Effekten im ALS-Mausmodell. Einschränkend ist festzustellen, dass eine Übertragung der experimentellen Ergebnisse im Tiermodell auf eine mögliche Therapiestrategie beim Menschen nicht möglich ist. Zur Prüfung möglicher positiver Effekte von Pioglitazone beim Menschen ist eine placebo-kontrollierte und randomisierte Therapiestudie geplant, die am Universitätsklinikum Ulm (Direktor: Prof. Dr. A. Ludolph) initiiert wird. Mehrere ALS-Zentren in Deutschland werden die Teilnahme an der Therapiestudie anbieten (Ulm, Würzburg, Wiesbaden, Halle, Hannover, Bochum und Berlin). Der terminliche Beginn und die abschließende Aufstellung der teilnehmenden ALS-Zentren sind bis Juni 2008 zu erwarten. Diese Informationen werden durch das Universitätsklinikum Ulm zur Verfügung gestellt.