ALS-Patientin mit Kommunikatoinsgerät mit Augensteuerung
ALS-Patientin mit Kommunikatoinsgerät mit Augensteuerung

Autonomie durch Augensteuerung

Kommunikationshilfen verringern Einschränkungen beim Sprechen, Schreiben und in der Computernutzung, die aufgrund einer Sprechstörung oder Schwäche der Handmuskulatur auftreten. Einfache und nutzerfreundliche Tablet-Computer stehen zur Verfügung, um Worte und Sätze zu schreiben, die von der Kommunikationshilfe laut vorgelesen, angezeigt oder per E-Mail versendet werden können. Weitere Kommunikationshilfen können mit Minimalbewegungen der Arme oder Beine oder durch Kopf- und Augenbewegungen gesteuert sowie mit dem persönlichen Computer und dem Internet verbunden werden. Moderne Kommunikationshilfen in Verbindung mit Internetnutzung und E-Mail-Kommunikation tragen entscheidend zu einer verbesserten privaten, sozialen sowie teilweise beruflichen Teilhabe bei. Sie werden durch hochspezialisierte Hilfsmittelexperten in Zusammenarbeit mit Ergotherapeuten und Neurologen erprobt, angepasst und versorgt.

Zu den Kommunikationsgeräten zählen auch Augensteuerungen. Beratung und Koordination für eine Augensteuerung sowie Wartung und Service sind sehr aufwändig. Nicht jeder Mensch mit ALS ist für die Nutzung einer Augensteuerung geeignet, 27 % aller Patienten lehnen die Nutzung einer Augensteuerung ab. Sofern eine Eignung festgestellt und eine Augensteuerung verordnet worden ist, erfolgen eine ausführliche Beratung und Erprobung im Innen- und Außenbereich. Bei vielen Patienten ein zeitintensives Widerspruchsmanagement nötig, da die Krankenkassen 47 % aller verordneten Augensteuerungen zunächst ablehnen.