PEG-Anwendungsstudie gestartet

 

 

Die Mehrheit der Menschen mit ALS erfährt im Verlauf und der Erkrankung eine Schluckstörung. Bei 30-40 % der Betroffenen liegt eine „bulbäre Symptomatik“ (Sprech- und Schluckstörung) bereits im frühen Krankheitsverlauf vor. Eine Patientenbefragung im Jahr 2017 über die Ambulanzpartner-Plattform hatte bei 41 % aller ALS-Patienten Schwierigkeiten mit der Tabletteneinnahme gezeigt. Bei 20-25 % der ALS-Patienten ist infolge einer Schluckstörung eine Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG; „Ernährungssonde“) notwendig. Obwohl die Versorgung mit einer PEG eine etablierte Behandlungsmethode darstellt, liegen bisher wenige systematischer Daten zur Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten mit einer PEG vor. Weitere offene Fragen betreffen die Einnahme von Medikamenten über eine PEG und die Umstellung auf flüssige Medikamente, nachdem eine PEG angelegt wurde.

 

Zur Klärung dieser Forschungsfragen wurde aktuell eine Anwendungsstudie über die Ambulanzpartner-Forschungsplattform initiiert. Die Studie wird an der Charité sowie weiteren ALS-Zentren in Deutschland durchgeführt, an der 200 ALS-Patienten teilnehmen werden. Dabei werden Patienten zur Teilnahme eingeladen, die bereits eine PEG erhalten haben.

 

Die „PEG-Anwendungsstudie“ wird an mehreren ALS-Zentren in Deutschland realisiert. Die Studie ist an den folgenden ALS-Ambulanzen vorgesehen:

 

 

Zur PEG-Anwendungsstudie werden Menschen mit ALS eingeladen, die die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Diagnose einer ALS
  • Versorgung mit einer PEG
  • Behandlung mit Riluzol
  • Behandlung an einem ALS-Studienzentrum
  • Teilnahme an der Ambulanzpartner-Registerstudie
  • Teilnahme an der ALS-App (optional)
  • Teilnahme am ALS-Apothekenprogramm (optional)

 

Durch die Befragung sollen die Behandlungserfahrungen und Therapiezufriedenheit mit einer PEG sowie Erfahrungen der Medikamentengabe über eine PEG-Sonde analysiert werden. Dabei stehen die folgenden Fragestellungen im Vordergrund:

 

  • Behandlungszufriedenheit mit einer PEG
  • Praxis der Medikamenteneinnahme über die PEG (gemörserte Tabletten oder flüssige Medikamente?)
  • Erleichterung der Medikamenteneinnahme über die PEG durch flüssige Arzneimittel

 

Die PEG-Patientenbefragung wird in Form einer Datenerhebung auf einem Fragebogen durchgeführt. Die Beantwortung aller Fragen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Die Befragung erfolgt zweimal – im Abstand von 4 Monaten. Der Fragebogen kann auf unterschiedlichem Wege ausgefüllt werden:

 

  • Befragung während des Besuchs in der ALS-Ambulanz
  • Zusendung per Post, eigenständiges Ausfüllen des Fragebogens und Rücksendung mit frankiertem Rückumschlag
  • Online-Befragung über die Ambulanzpartner-Forschungsplattform (ambulanzpartner.de; im „Menü“ der Bewertungen „Digit-PEG“ auswählen)

 

Die Ergebnisse werden anonymisiert und ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen wissenschaftlich ausgewertet. Die Daten sind für den Erkenntnisgewinn zur Medikamentengabe über die PEG von großer Bedeutung. Dabei ist vorgesehen, die Ergebnisse auf wissenschaftlichen Kongressen zu publizieren. Zusammenfassungen von Zwischen- oder Abschlussanalysen werden in Form eines „Newsletters“ an Patienten mit ALS versendet, die auf der Ambulanzpartner-Plattform registriert sind und dem Empfang von Newslettern zugestimmt haben.

 

Fragen zur Teilnahme an der PEG-Anwendungsstudie nimmt Ramona Griep entgegen:

Mail: umfragen@ambulanzpartner.de

Telefon: 030-81031410

 

Autor: Thomas Meyer

 

 

Über die Ambulanzpartner-Registerstudie (Voraussetzung zur Teilnahme an PEG-Anwendungsstudie):

Die Ambulanzpartner-Registerstudie ist eine Beobachtungsstudie bei der ALS, in der Behandlungsdaten der ALS-Versorgung systematisch erfasst werden (Beatmungstherapie, Ernährungstherapie und Hilfsmittelversorgung). Die PEG-Anwendungsstudie ist ein Bestandteil der Registerstudie. Zur Teilnahme an der Registerstudie ist die Kenntnisnahme einer Studieninformation und die Unterzeichnung von zwei Dokumenten notwendig (Einwilligungserklärung in Registerstudie sowie an die Nutzung von Daten, die über die Ambulanzpartner-Plattform erhoben werden).

 

Link zu Dokumenten der Ambulanzpartner-Registerstudie:

Teilnahme-an-Ambulanzpartner-Plattform

Teilnahme-an-Registerstudie

 

Über das ALS-Apothekenprogramm (optionale Teilnahme parallel zur NF-L-Studie):

Das ALS-Apothekenprogramm ist eine von der PEG-Anwendungsstudie unabhängiges Konzept der spezialisierten Medikamentenversorgung bei der ALS, in dem Medikationsdaten im Verlauf der ALS-Behandlung über das Ambulanzpartner-Versorgungsportal systematisch erfasst werden. Eine kombinierte wissenschaftliche Auswertung der PEG-Anwendungsstudie mit den Medikationsdaten ist dabei von besonderem Interesse. Zur Teilnahme am ALS-Apothekenprogramm ist die Unterzeichnung von 4 Dokumenten notwendig.

 

Link zu Dokumenten des ALS-Apothekenprogramms

Teilnahme-am-ALS-Apothekenprogramm

 

Über die „ALS-App“ (optionale Teilnahme parallel zur PEG-Anwendungsstudie):

Die ALS-App ist eine von der PEG-Anwendungsstudie unabhängiges Konzept der Erhebung der ALS-Funktionsskala (ALS Functional Rating Scale, ALS-FRS) über eine „Smartphone App“, die eine Erhebung der ALS-FRS-Werte über ein „Smartphone“ auch zwischen den Visiten, in einem Abstand von einem Monat, erlaubt. Eine kombinierte Erhebung der ALS-FRS-Werte in der PEG-Anwendungsstudie (im Abstand von 3-4 Monaten) und über die ALS-App (im Abstand von 1 Monat) ist dabei von besonderem Interesse. Die Teilnahme an der ALS-App setzt ist Einwilligung in die Datennutzung der Ambulanzpartner-Plattform damit die Unterzeichnung von 1 Dokument voraus.

 

Link zur Broschüre: „ALS-App“:

ALS-App_Nutzungsanleitung-Tutorial