Knochenmarktransplantation (KMT) und Chemotherapie bei ALS-Patient in Deutschland

Wir berichten von einem ALS-Patienten in Sachsen, der Mitte 2004 an einer typischen Form der ALS erkrankt ist. Im Dezember 2004 wurde unabhängig von der ALS-Diagnose eine seltene Form des Blutkrebses festgestellt (myelodys- plastisches Syndrom). Aufgrund der hämatologischen Erkrankung wurde der Patient mit einer Chemotherapie und einer anschließenden Knochenmarktransplantation (KMT) behandelt. Die hämatologische Erkrankung des myelodysplastischen Syndroms konnte durch die Chemotherapie und KMT kontrolliert werden. Eine positive Beeinflussung der ALS wurde durch die Chemotherapie und KMT jedoch nicht erreicht. Der Patient befand sich im Januar 2006 in unserer klinischen Untersuchung, die ein unverändertes Fortschreiten der ALS-Erkrankung erbrachte. Diese Information ist von größter Bedeutung, da die KMT und andere Formen der Zelltransplantation als mögliche Therapieoption in Diskussion gebracht wurden. So wird in einer brasilianischen Klinik eine KMT bei ALS-Patienten mit einer Heilungsaussicht angeboten. Unsere eigene Erfahrung kann den Bericht einer therapeutischen Wirksamkeit der KMT nicht unterstützen. Einschränkend ist festzustellen, dass bei jeder Form der Therapie eine kontrollierte Studie erforderlich ist, um eine abschließende Feststellung zur Wirksamkeit und unerwünschten Effekten zu treffen.