Gangtraining in der Physiotherapie.

Ergo- und physiotherapeutische sowie logopädische Behandlungen (Heilmitteltherapien) bilden einen zentralen Ansatz, um Einschränkungen durch Muskelschwäche und -anspannung bei der ALS abzumildern. Die Ergotherapie dient der Stärkung, Aufrechterhaltung oder Kompensation feinmotorischer Leistungen (z. B. Funktionen der Hände), die durch die ALS eingeschränkt werden können. Sie trainiert alltagsrelevante Tätigkeiten im privaten und im Arbeitsumfeld. Mit einer Physiotherapie (z. B. neurologische Krankengymnastik, Wärmeanwendung oder Massagebehandlung) werden Muskelgruppen aktiviert und die Folgen der ALS-bedingten Kraftminderung reduziert (Sehnenverkürzungen, Gelenkkapselschmerzen, Arthrosen und Lymphödeme). Die Auswahl der geeigneten Therapieform und der notwendigen Behandlungsintervalle gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der ALS-Versorgung.

Stärkung feinmotorischer Alltagsfunktionen in der Ergotherapie.

Unter dem Begriff Logopädie werden sehr unterschiedliche Therapieverfahren für Menschen mit Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen zusammengefasst. Tatsächlich bleiben bei der ALS die Wortfindung und das Sprachverständnis erhalten. Betroffen sind vielmehr die motorischen Funktionen des Sprechens und Schlukkens. Eine fortschreitende Schluckstörung tritt zu 70 % im Krankheitsverlauf auf. Daher hat innerhalb der Logopädie das Schlucktraining eine zentrale Bedeutung. Das Training des Schluckaktes, das Erlernen kompensatorischer Techniken und die bewusste Abstimmung zwischen Schluck- und Atmungstätigkeit sind hauptsächliche Ziele bei der Logopädie. Alle Verfahren der Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie sind zu Lasten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung verordnungsfähig.

Weiter zur Seite „Ernährungshilfen“