Im Dezember 2008 hat eine Forschungsförderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an der ALS-Ambulanz der Charité begonnen. Es handelt sich um ein Verbundvorhaben in Kooperation mit den Instituten für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universitäten München und Kassel sowie der Cislogic GmbH – einem informationstechnologischen Unternehmen in Berlin.

Das Vorhaben mit dem Projekttitel „Mobile HybriCare“ ist ein zukunftsorientiertes Forschungsprojekt, in dem Lösungen für eine verbesserte Versorgung im Home-Care-Bereich untersucht werden. Ausgangspunkt des Vorhabens ist eine häufige Problematik bei der ALS und anderen schwerwiegenden Erkrankungen, dass der Nutzen von komplexer und kostenintensiver Medizintechnik (z. B. von elektronischen Kommunikationssystemen, der künstlichen Beatmung und Ernährungstherapie) durch Defizite in der Dienstleistungsarchitektur eingeschränkt ist. Durch die fehlende Verbindung zwischen Medizintechnik und einer qualifizierten medizinischen Dienstleistungen (z. B. durch Beratung, Patienten- und Angehörigenschulung, Kunden- und Gerätebetreuung und Qualitätsmanagement) kommt es zu Defiziten in der ambulanten Versorgung von ALS-Patienten.

Am Beispiel der ambulanten Ernährungsbehandlung von ALS-Patienten wird ein nutzerorientiertes und gerätebasiertes Beratungs- und Betreuungsprogramm aufgebaut. In Form von Pilotvorhaben wird durch den Einsatz innovativer Technologien in der häuslichen Umgebung die unterstützte Ernährung durch Trinknahrung oder die künstliche Ernährung über eine PEG-Sonde in optimierter Weise überwacht und der Service von ernährungsbezogenen Dienstleistern (Pflegeteams, Ernährungsberater, Hersteller von Ernährungsprodukten und Medizintechnik) verbessert.

Zum Einsatz kommen RFID-Chips [Radio Frequency Identification] zur automatischen Identifizierung und Lokalisierung von Gegenständen (z.B. Ernährungsprodukte) und Personen (Patienten, Pflegeteam, Dienstleiter etc.).

In dem Vorhaben soll untersucht werden, wie durch patientenbezogene Dienstleistungen und informationstechnologische Lösungen eine engere Integration von Patienten, Angehörigen, Betroffenengruppen, Pflegeteams und Ärzten sowie den Anbietern von Ernährungsprodukten und Medizintechnik erreicht werden kann.

Das Vorhaben ist für die Dauer von 3 Jahren gefördert. Die Unterstützung erfolgt aus dem Förderschwerpunkt des BMBF „Innovationen mit Dienstleistungen“. Während der Dauer des Vorhabens werden Patienten der ALS-Ambulanz der Charité eingeladen, an den Studien teilzunehmen und aktive Partner bei der Erarbeitung zukünftiger Versorgungskonzepte zu werden.