ALS-Therapiestudie mit Glatirameracetat ab 01.07.2006 (Studie ALS-GA-201)

Ab dem 01.07.2006 ist eine neue ALS-Medikamentenstudie in Deutschland geplant. Es handelt sich um eine Wirksamkeits- und Verträglichkeitsstudie mit Glatirameracetat, die an 15 Studienzentren in Europa und den USA realisiert wird. In Deutschland sind vier Prüfzentren vorgesehen (Ulm, Hannover, Bochum, Berlin). Der Einschluss in die Therapiestudie ist im Zeitraum von Juli – Dezember 2006 geplant. Das Medikament wird für die Dauer von 12 Monaten verabreicht. Die klinische Prüfung wird bis Ende 2007 durchgeführt, so dass Ergebnisse Anfang 2008 zu erwarten sind. Im Fall einer positiven Zwischenauswertung oder bei Hinweisen auf unterwünschte Arzneimittelwirkungen von Glatirameracetat bei der ALS können Ergebnisse prinzipiell vorzeitig veröffentlicht werden. Glatirameracetat ist ein Medikament des Arzneimittelherstellers TEVA, das bei der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen ist. Glatirameracetat gehört zu den modernen MS-Medikamenten, die seit 10 Jahren erfolgreich zur Schubprophylaxe der MS eingesetzt werden. Der Wirkmechanismus von Glatirameracetat besteht in einer Modulation des Immunsystems, die bei der MS eine therapeutische Wirksamkeit zeigte. Aufgrund zunehmender Hinweise auf entzündliche Reaktionen infolge der Nervenzelldegeneration bei der ALS ist der Einsatz von immunmodulatorischen Medikamenten auch bei der ALS zu überprüfen. Tierexperimentelle Untersuchungen an der „ALS-Maus“ konnten eine verminderte Krankheitsentwickung nach Behandlung mit Glatirameracetat zeigen. Eine Pilotstudie mit 20 ALS-Patienten hat eine hinreichende Verträglichkeit von Glatirameracetat bei der ALS gezeigt. Die Verträglichkeit des Medikamentes bei der MS ist sehr gut bekannt, da die Substanz in drei klinischen Studien und der klinischen Praxis eingesetzt wird. Ab sofort können ALS-Patienten mit Studienzentren in Deutschland Kontakt aufnehmen, um die Möglichkeit einer Studienteilnahme zu erfahren.