ALS-Ambulanz (fast) wieder in der Regelversorgung

 

Bedarfsweise Nutzung kontaktloser Temperaturmessgeräte in der ALS-Ambulanz

Die COVID-19-Pandemie hat bundesweit, aber auch in unserer ALS-Ambulanz, zu erheblichen Einschränkungen im Öffentlichen Leben geführt. In der ambulanten Versorgung von Menschen mit ALS (und anderen Motoneuronerkrankungen) wurden mehrere Einschränkungen notwendig, um die Pandemie-Richtlinien umzusetzen. Ein Teil der Patienten wurde in Video-Visiten „aus der Ferne“ beraten und behandelt. Die neurologische Untersuchung wurde (unter der Maßgabe der sozialen Distanzierung) individuell angepasst. Die Prüfung der Lungenfunktion (SVC-Messung) und des Hustenstoßes (PCF-Messung) wurde ebenfalls gegenüber den potenziellen infektiologischen Risiken abgewogen.

Die Pandemie-Situation ist durch einen deutlichen Rückgang des Infektionsrisikos und der realen Patientenzahlen mit COVID-19-Erkrankung gekennzeichnet. In Abwägung der medizinischen Verhältnismäßigkeit wurde die Regelversorgung der ambulanten Behandlung an der ALS-Ambulanz der Charité (wie auch in zahlreichen anderen ambulanten Einrichtungen des Klinikums) wieder aufgenommen. Die neurologische Untersuchung wird vollständig durchgeführt. Sämtliche erforderlichen Messungen werden realisiert. Die Teilnahme an klinischen Studien kann wieder stattfinden (dazu gesonderte Nachrichten). Wichtige ALS-Forschungsprojekte werden fortgeführt oder initiiert (dazu gesonderte Nachrichten).

Video-Visiten sind ab dem 01.07.2020 nicht mehr realisierbar. Die Ausnahmegenehmigung seitens der Krankenkassen zur Durchführung einer „Fernbehandlung“ wurde bisher nicht verlängert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegt für eine Verstetigung dieser Versorgungsoption noch keine Stellungnahmen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung vor.

Die ambulante ALS-Behandlung ist noch durch folgende Besonderheiten gekennzeichnet: Während des Aufenthaltes in der Ambulanz tragen Patienten und Angehörige Schutzmasken, während auch das ALS-Team mit Handschuhen und Schutzmasken tätig ist. Weiterhin wird im Eingangsbereich (vor dem Kontakt zum ALS-Team) ein strukturiertes Interview durchgeführt, um mögliche Infektzeichen von Patienten oder begleitenden Angehörigen festzustellen. Bei berichteten oder offensichtlichen Hinweisen für Infekt-symptome oder Fieber wird vom Ambulanzpersonal eine kontaktlose Körpertemperatur-messung durchgeführt.

Insgesamt sind die noch notwendigen Pandemie-Maßnahmen als praktikabel einzuschätzen und machen eine reguläre ambulante Versorgung möglich. Wir empfehlen das Nachholen ausgefallener oder verzögerter ambulanter Termine, sofern es mit den personellen Ressourcen in unserer Ambulanz möglich ist. Grundsätzlich streben wir ambulante Visiten von Menschen mit ALS im Abstand von drei bis vier Monaten an, um (versteckte) Symptome des Ernährungsmangels, der Atemminderung und Hustendefizienz sowie die verschiedenen möglichen Versorgungsmöglichkeiten in den Bereichen der Mobilität und Kommunikation zu erkennen. Im Zusammenhang mit der angepassten Terminvergabe kann es möglich sein, dass sie von unserer Ambulanzkoordination kontaktiert werden, um einen veränderten Termin wahrzunehmen. Dafür bitten wir Sie um Ihr Verständnis und stehen für mögliche Rückfragen zur Verfügung.

 

Autor: Thomas Meyer

 

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