Ablehnung der Minozyklin-Studie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Durch Initiative der ALS- Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Ulm unter Leitung von Prof. Dr. A. Ludolph und durch Kooperation mit anderen ALS-Zentren in Deutschland wurde im Februar 2005 ein Antrag zur Finanzierung der klinischen Studie von Minozyklin bei der ALS eingereicht. Im Juli 2005 wurde dieser Antrag abgelehnt. Das Projekt beinhaltete die Untersuchung von 400 ALS-Patienten mit dem Medikament Minozyklin, da Tierexperimente vorläufige Hinweise auf eine mögliche Verlangsamung der ALS-Erkrankung durch dieses Medikament erbracht haben. Der Studienzeitraum war für 18 Monate vorgesehen, so dass ein Gesamtfinanzumfang von 1,0 bis 1,3 Mio. Euro veranschlagt wurde. Die Ablehnung des DFG-Antrages erfolgte mit einer Kritik an der wissenschaftlichen Hypothese des Vorhabens. Gleichzeitig ist festzustellen, dass in der bisherigen Förderpolitik der DFG noch kein klinischer Therapieversuch bei der ALS unterstützt wurde. Auch weitere öffentliche Forschungsförderer einschließlich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben Anträge zur ALS-Therapieforschung nicht unterstützen können. Zuletzt wurde eine bundesweite Ausschreibung zur Finanzierung eines Kompetenznetzwerks von Motoneuronenerkrankungen im Jahr 2001 abgelehnt. Insgesamt ist festzustellen, dass das wissenschaftspolitische Umfeld für die ALS-Förderung nicht unterstützend ist und geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit ergriffen werden müssen, um die Aufmerksamkeit und Unterstützung herzustellen. Ein realistischer Weg zur Verbesserung der ALS-Therapieforschung ist die Mobilisierung einer privaten Finanzierung von ALS-Therapiestudien. Dabei bestehen deutliche Parallelen zur Förderpolitik amerikanischer ALS-Zentren.