Das Medikament Minocyclin ist als Antibiotikum seit vielen Jahren im klinischen Einsatz. Grundlagenwissenschaftliche Experimente haben gezeigt, dass die Substanz neben den antibiotischen Effekten über neuroprotektive Eigenschaften verfügt. Dabei ist Minocyclin offensichtlich in der Lage, den programmierten Zelltod (Apoptose) von Nervenzellen zu hemmen.

Biochemisch liegt die Wechselwirkung mit apoptose-regulierenden Proteinen (Caspasen) zu Grunde. Vor diesem Hintergrund wurde Minocyclin zunächst in einem Tiermodell der Huntington-Krankheit – einer fortschreitenden neurode- generativen Erkrankung – untersucht, in dem sich ein therapeutischer Effekt dieses Medikamentes darstellte. Von den neuroprotektiven Ergebnissen im Huntington- Modell geleitet, wird in einem Studienzentrum in New Mexico/USA eine kontrollierte Studie zum Einsatz von Minocyclin bei der ALS durchgeführt.

Vor dem Abschluss dieser Studie ist die unkontrollierte Medikation mit Minocyclin mit deutlichen Risiken versehen und kann nicht empfohlen werden.