hammerDie wesentlichen Hinweise zur Diagnose einer ALS ergeben sich bereits durch die neurologische Untersuchung. Der neurologisch ausgebildete Arzt ist in der Lage, durch Feststellung charakteristischer Symptome die klinische Diagnose einer ALS zu äußern.

Die klinische Symptomatik der ALS ist durch fortschreitende Lähmungen (Paresen) und Muskelschwund (Atrophien) gekennzeichnet. Zusätzlich liegt in der Regel eine Reflexsteigerung (Hyperreflexie) in denjenigen Muskelgruppen vor, die durch Paresen und Atrophien betroffen sind. Außerdem kann sich eine Zunahme der Muskelspannung einstellen, die sich mit Muskelkrämpfen (Crampi) oder in Form einer Steifigkeit der Extremitäten (Spastik) darstellt. Die geschilderte Befundkonstellation als Nebeneinanderbestehen von Paresen, Atrophien, Hyperreflexie und Spastik ist typisch für die ALS und Grundlage für ihre klinische Diagnose.

Die klinische Diagnose der ALS wird durch eine Zusatz- und Ausschlussdiagnostik ergänzt. Ziel dieser Diagnostik ist der Ausschluss anderer Krankheiten, die Ähnlichkeiten zur ALS aufweisen können.

Einzelne Symptome des Krankheitsbildes der ALS treten auch bei anderen neurologischen Erkrankungen auf. Das betrifft jedoch nur einzelne Elemente der ALS, aber nicht das gesamte Krankheitsbild. Diese Erkrankungen sind wesentlich seltener als die ALS und durch weitere Untersuchung zu unterscheiden. Die Abgrenzung von der ALS ist besonders wichtig, weil die „ALS-ähnlichen“ Krankheiten meist besser zu behandeln sind.

Einige Erkrankungen, die bei der Diagnosefindung berücksichtigt werden, sind beispielsweise eine mechanische Schädigung des Rückenmarks (z.B. zervikale Myelopathie), Muskelerkrankungen (z.B. Einschlusskörperchenmyopathie), Erkrankungen der peripheren Nerven (motorische Polyneuropathie), bestimmte Formen der Multiplen Sklerose, neurologische Folgeerkrankungen von Tumoren (paraneoplastische Syndrome) und sehr seltene Stoffwechselerkrankungen. Der neurologisch ausgebildete Arzt ist mit diesen Krankheiten vertraut und veranlasst bei geringsten Hinweisen auf diese Erkrankungen eine entsprechende Diagnostik. Dabei werden je nach Fragestellung verschiedenste diagnostische Methoden wie Blutuntersuchungen, die Analyse des Nervenwassers oder auch bildgebende Verfahren durchgeführt.

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