Mit einer Online-Selbstbewertungsstudie, die im Rahmen des Patientenportals www.ALShome.de an der ALS-Ambulanz der Charité durchgeführt wurde, konnte ein hochgradiger Appetitverlust bei 24 von 51 (47 %) befragten Patienten nachgewiesen werden.

Der hochgradige Appetitverlust wurde durch einen Fragebogen ermittelt, wobei ein bestimmter Wert einen Gewichtsverlust von 5 % innerhalb von 6 Monaten voraussagen kann. In der Gruppe, die einen hochgradigen Appetitverlust zeigte, konnte der prädiktive Gewichtsverlust von durchschnittlich 5 % auch nachgewiesen werden. Die Gruppe ohne hochgradigen Appetitverlust wies hingegen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 2 % auf.

Die Ergebnisse waren unabhängig von Schluckstörungen. Zusätzlich trat Appetitverlust häufiger bei Patienten mit einer spürbaren Atemfunktionsstörung auf (59 vs. 32 %). Dies bestätigt auch klinische Erfahrungen und ist wahrscheinlich teils durch ein verfrühtes Sättigungsgefühl bei einer Schwäche des Zwerchfells erklärt. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dabei helfen, multimodale Behandlungskonzepte in der Ernährungstherapie von ALS-Patienten mit Gewichtsverlust weiterzuentwickeln.