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Ende September 2015 hatte Prof. Dr. Thomas Meyer die Gelegenheit, am Rande eines Prüfarzttreffens im Boston (USA) und am ALS-TDI mit anderen (internationalen) Experten zum Thema „Radicut“ in Austausch zu treten.

Auch in Expertenkreisen besteht eine Unklarheit zur Datenlage dieses Medikamentes. Als sicher gilt, dass Radicut keine hochwirksame therapeutische Substanz darstellt. Ein Symptomrückgang oder ein Stillstand bestehender Symptome ist nach der aktuellen Datenlage nicht zu erwarten. Die Ergebnisse aus der Phase 2-Studie gehen von einem Effekt einer Erkrankungsverlangsamung (wie bei Riluzol) aus. Bisher ist unklar, ob das Ausmaß der Krankheitsverlangsamung stärker und deutlicher als bei Riluzol ist. Eine Symptomverbesserung nach Medikamenteneinnahme ist höchstwahrscheinlich nicht zu erwarten.

Trotz dieser Einschränkung ist das Medikament als potentieller Kombinationspartner in Verbindung mit der Riluzol-Medikation sehr interessant. Problematisch ist, dass Radicut derzeit nur in einer intravenösen Darreichungsform verfügbar ist, die in einer Infusion verabreicht werden muss. Dabei muss das Medikament an 10 Tagen pro Monat appliziert werden. Damit sind erhebliche logistische, zeitliche und soziale Limitationen verbunden. Die Entwicklung einer oralen Darreichungsform (Tablette) steht dabei ganz im Vordergrund der Entwicklung. Nach Aussage von Steven Perrin (CEO des ALS-Therapy Development Institute, ALS-TDI) sind bisherige Versuche zur Entwicklung einer oralen Darreichungsform von verschiedenen Unternehmen bisher nicht gelungen.

In Europa arbeitet das Biotech-Unternehmen „Treeway“ an der Vorbereitung für die Studie mit einem oralen Präparat. Das Unternehmen hat vor einigen Tagen mit unserem ALS-Zentrum Kontakt aufgenommen, um die Teilnahme unserer Einrichtung an einer Studie zu eruieren.

https://www.mt-pharma-de.com/unternehmen/mitsubishi-tanabe-pharma-weltweit.html