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Abschluss des 20. International Meeting on ALS/MND in Berlin durch Prof. Dr. Thomas Meyer, Charité Berlin.

Aktuelle Nachrichten des Jahres 2010
Hier finden Sie die Sammlung der aktuellen Nachrichten diesen Jahres zum Thema Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Diese Mitteilungen werden von der ALS-Ambulanz der Charité herausgegeben.
 
 
Nachrichten 2010

März 2010


„ALS-Tag an der Charité“ am 20.11.2010

Am Samstag, den 20.11.2010 planen wir eine ganztätige Informationsveranstaltung für Betroffene und Angehörige mit dem Motto: “ALS-Tag an der Charité”. Das Anliegen der Veranstaltung besteht darin, dem großen Informationsbedürfnis von ALS-Patienten, ihren Angehörigen sowie von Pflegeteams und anderen Therapeuten entgegen zu kommen. Wir planen die Reservierung einer angemessenen Fläche in den Veranstaltungsräumen der Charité („Forschungsforum“ am Virchow-Klinikum, das sich in unmittelbarer Nähe der ALS-Ambulanz befindet). Die Form der Veranstaltung trägt den Charakter von mehreren parallelen Workshops mit jeweils 20 Teilnehmern, die eine praxisnahe Information und ggf. Schulung in den wichtigsten Themenbereichen der ALS-Versorgung erhalten. Die Teilnehmer können sich für einzelne Workshop-Veranstaltungen anmelden, so dass sie im Verlauf des gesamten Tages die Möglichkeit haben, zu verschiedenen Themen in kleinen Gruppen den Vortrag eines Referenten zu hören und anschließend Fragen zu stellen, zu diskutieren und je nach Thema bestimmte Fertigkeiten zu erlernen. Die bisherige Planung sieht eine ganztägige Durchführung von ca. 09.00 bis 16.00 Uhr vor. Durch den modularen Aufbau der einzelnen Themen-Workshops mit der Dauer von Jeweils einer Stunde können sich die Teilnehmer ein individuelles Programm anhand ihrer eigenen Interessenschwerpunkte zusammenstellen. Wir streben bewusst eine Workshop-Struktur anstelle eines Vorlesungscharakters an, um einen möglichst persönlichen und interaktiven Charakter der Veranstaltung zu gewährleisten. Geplant sind Vortrags- und Workshopveranstaltungen zu den folgenden Themen:

•      Symptome, Diagnose und Ursache der ALS
•      Physikalische Therapie und Mobilitätshilfen
•      Ernährungsbehandlung
•      Atmungsbehandlung
•      Kommunikationshilfen
•      Sozialmanagement
•      Patientenverfügung, Palliativversorgung und Grundsatzentscheidungen.

Das genaue thematische Programm und die Dozenten werden im Frühsommer 2010 definiert und auf dieser Internetseite vor der Veranstaltung bekannt gegeben. Diese Vorankündigung dient der Sicherung des Termins („Save the Date“). Die Anmietung von Räumlichkeiten auch innerhalb der Charité ist kostenpflichtig. In einem Koordinierungstermin mit einem Sponsor unserer Ambulanz, der Air Berlin, wurde eine Unterstützung des „ALS-Tages an der Charité“ in Aussicht gestellt. Mit dieser Unterstützung hoffen wir, die finanziellen Aufwendungen der Veranstaltung weitgehend zu kompensieren, so dass wir wahrscheinlich auf einen Kostenbeitrag der Patienten verzichten können. Bei einer Teilnahme durch professionelle Pflegeteams oder andere kommerzielle Teilnehmer erbitten wir eine Spende als Beitrag zu Unterstützung dieser Informationsveranstaltung. Bereits in der frühen Planungsphase sind wir für Hinweise zu den Themen und Bedürfnissen der Betroffenen dankbar. Nach der Finalisierung und Veröffentlichung des Programms im Sommer 2010 bitten wir um eine verbindliche Anmeldung, um eine detaillierte Planung der Räumlichkeiten, Medientechnik und des Caterings zu gewährleisten. Ihre Anregungen sind zu richten an: thomas.meyer@charite.de.

Richtlinien zur Behandlung von Muskelkrämpfen

Schmerzhafte Muskelkrämpfe (Crampi) können ein schwerwiegendes Symptom bei der ALS und anderen Motoneuronenerkrankungen darstellen. In einer Publikation der amerikanischen Akademie für Neurologie (AAN) in der Zeitschrift „Neurology“ wurde eine systematische Analyse der Pharmakotherapie gegen Muskelkrämpfe publiziert. Die Studie stellt eine Zwischenanalyse von mehr als 500 Medikamententestungen verschiedenster Substanzen und bei zahlreichen neurologischen Erkrankungen dar. Hintergrund der Übersichtsanalyse (Meta-Analyse) ist die Tatsache, dass sehr unterschiedliche und individuelle Therapieversuche von Neurologen und anderen Ärzten unternommen werden, ohne dass ein Konsens zur Wirksamkeit der verschiedenen Medikamente besteht. Im Ergebnis der Meta-Analyse zeigt sich, dass tatsächlich nur wenige Therapieoptionen eine studienbasierte Wirksamkeit aufweisen. Das Medikament mit der größten Beweislage mit Vorliegen von zwei placebokontrollierten Studien ist Chininsulfat, das in Deutschland unter dem Handelsnamen Limptar N zur Verfügung steht. Dieses Medikament ist bereits in breiter Anwendung und stellt damit keine Innovation dar. Problematisch ist die fehlende Zulassung der Substanz als verordnungs- und rezeptfähiges Medikament, so dass in jedem Fall eine private Kostenübernahme durch den Patienten erforderlich ist. Das Medikament wird mit einer Dosis von 200 mg, 2 x /Tag eingenommen, so dass sich Monatstherapiekosten von ca. 32€ ergeben. Limptar N ist ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Die Meta-Analyse erbrachte weiterhin Hinweise auf eine mögliche therapeutische Wirksamkeit des Medikamentes Naftidrofuryl, das ursprünglich eine Zulassung zur Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK)  erhielt. In verschiedenen Medikamententestungen zeigte sich jedoch auch eine positive Beeinflussung von schmerzhaften Muskelkrämpfen. Das Medikament ist bisher in der ALS-Behandlung in Deutschland wenig in Gebrauch, jedoch von verschiedenen Herstellern im Vertrieb (z. B. Nafti-ratiopharm, 200 mg). Eine geeignete Dosis ist die Behandlung mit Retardtabletten Naftidrofuryl 3 mal pro Tag. Dieses Medikament ist ebenfalls nicht zur Behandlung von Muskelkrämpfen zugelassen, jedoch auf Privatrezept mit einer patientenseitigen Kostenübernahme erhältlich (etwa 30€ pro Monat). Einschränkend ist festzustellen, dass die bisherigen Studien zu Naftidrofuryl nur geringe Patientenzahlen (< 50 Patienten) beinhalteten, so dass die statistische Sicherheit bei dieser Therapieoption noch relativ gering ist. Weitere kleinere Studien konnten eine potentielle Wirksamkeit des etablierten Hypertonie-Medikamentes Diltiazem sowie des Antiepileptikums Levetiracetam aufweisen. Aufgrund der potentiellen unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Diltiazem und der hohen Kosten von Levetiracetam (334€ auf Privatrezept) stehen diese beiden Therapieoptionen nur in Ausnahmefällen zur Verfügung. Ein interessantes Ergebnis der Meta-Analyse sind die fehlenden Wirksamkeitsnachweise für die Behandlung mit Magnesium, die bisher zum Therapiestandard gehörte. Aufgrund der geringen Kosten und des unproblematischen Nebenwirkungsprofils ist ein Therapieversuch mit Magnesium zum gegenwärtigen Zeitpunkt dennoch gerechtfertigt. Andere Medikamente mit guten theoretischen Grundlagen für eine potentielle Wirksamkeit gegen Muskelkrämpfe einschließlich Carbamazepin, Phenytoin und Baclofen sind bisher leider nicht durch kontrollierte Studien untersucht worden. Vor diesem Hintergrund ist die Behandlung mit diesen Medikamenten als unsicher einzustufen.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin für ALS-home.de

Seit 3/2010 ist Christin Janzen als Doktorandin im ALSHome.de Projekt in unserer Ambulanz aktiv. Im Februar 2010 startete das geschützte Internetportal www.ALSHome.de, auf dem ALS-Patienten eine Selbstbewertung von ausgewählten Symptomen und Befindlichkeiten vornehmen. Frau Janzen unterstützt den Prüfarzt André Maier bei der Terminkoordination, Logistik, Administration und Dokumentenverwaltung im Kontext dieser Internetstudie. Christin Janzen wird im Einzelfall Patienten telefonisch oder per Email kontaktieren, um persönliche Absprachen bei der Studiendurchführung im Auftrag der Prüfärzte vorzunehmen. Frau Janzen wird über das Thema der Unterstützung von ALS-Patienten durch Internet-Angebote promovieren und wissenschaftliche Daten für die Verwendung in unserer Ambulanz und anderen ALS-Zentren aufarbeiten. Wir bitten um Unterstützung von Frau Janzen bei ihrer Arbeit.


Februar 2010


www.ALSHome.de erfolgreich gestartet

Ein längerfristiges Vorhaben eines geschützten Internetportals für ALS-Patienten wurde im Februar 2010 in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine sichere Internetanwendung, das nur durch den Patienten und andere autorisierte Personen zugänglich ist und eine Bibliothek an Selbstbewertungs- und Symptombeschreibungsmöglichkeiten enthält. Die technische, medizinische und soziale Machbarkeit einer internetbasierten Selbstbewertung wird durch eine klinische Studie untersucht (OR-ALS01). Die übliche Vorgehensweise sieht vor, dass Patienten einmal pro Woche die Internetseite www.ALSHome.de besuchen und dort ein strukturiertes Interview mit ca. 20 Fragen beantworten. Ein anderer Teil der ALS-Patienten beantwortet zusätzlich Fragen zur Lebensqualität und Befindlichkeit, so dass ein längeres Internet-Interview von mehr als 70 Fragen entsteht. Ein weiterer Fragebogen bezieht sich auf mögliche Symptome der Atemnot bei der ALS, der ausschließlich bei Betroffenen mit einer Vitalkapazität unter 60 % zur Anwendung kommt. Die Zielstellung der Internetbefragung besteht darin, dass dem Arzt der ALS-Ambulanz ein strukturierter und zusammengefasster Überblick über die Symptome, Befindlichkeiten und Beschwerden des Patienten des zurückliegenden Quartals bereitgestellt wird, so dass neben dem Arzt-Patienten-Gespräch auch eine weitere Informationsquelle für verschiedene Behandlungsentscheidungen zur Verfügung steht. Die Ergebnisse der Online-Befragung werden auch dem Patienten selbst zurückgespiegelt. In der Studie soll untersucht werden, ob moderne Technologien positiv zu einer qualitätsgesicherten Behandlung bei der ALS beitragen können. Für die genannte Studie liegt ein positives Votum der Ethikkommission der Charité vor. Die Internetseite wurde durch den Informatiker der ALS-Ambulanz, Randy Bahrke programmiert und administriert. Im Mai 2010 planen wir eine erneute Version der Webseite mit einem modernisierten Layout, das derzeit durch das Webdesign-Studio P7 in Berlin vorbereitet wird. Die Programmierung des neuen Layouts wird wiederum von Randy Bahrke übernommen. Informationen zur Studiendurchführung erhalten Sie vom verantwortlichen Prüfarzt: andre.maier@charite.de.


Prof. Dr. Christoph Münch - Neuer Arzt und Wissenschaftler an der ALS-Ambulanz

Seit dem 01.02.2010 konnte Prof. Dr. Christoph Münch als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die ALS-Ambulanz der Charité gewonnen werden. Der Arzt und Wissenschaftler war zuvor als Leitender Oberarzt am Jüdischen Krankenhaus Berlin tätig und dort überwiegend mit der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und immunvermittelten Nervenerkrankungen sowie anderen neurologischen Krankheiten befasst. Herr Münch war bis 2004 an der Universität Ulm tätig und hat dort Expertenwissen auf dem ALS-Gebiet erworben und sich über molekulargenetische Fragestellungen bei der ALS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen habilitiert. Er hält eine Professur und Lehrtätigkeit an der Universität Ulm aufrecht. Bereits seit 1995 besteht eine medizinisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Christoph Münch und Thomas Meyer, die in zahlreichen gemeinsamen Publikationen in Fachzeitschriften resultierten. Gemeinsame Interessen liegen ebenfalls bei der Schaffung neuer Strukturen und Technologien, um die häusliche Versorgung von ALS-Patienten und anderen neurologisch Erkrankten zu verbessern. Herr Münch wird an der ALS-Sprechstunde teilnehmen, verschiedene Wissenschaftsprojekte in verantwortlicher Position voranbringen und insgesamt eine Stärkung unserer ALS-Ambulanz bewirken. Anfragen an Herrn Prof. Münch sind zu richten über: christoph.muench@charite.de.


 Januar 2010


Studie ANA-ALS01 in Vorbereitung

Ab Frühjahr oder Frühsommer 2010 ist eine Therapiestudie mit dem Medikament Anakinra an der ALS-Ambulanz der Charité geplant. Das erforderliche Protokoll ist jetzt abgeschlossen worden und wird mit dem Koordinierungszentrum für klinische Studien (KKS) der Charité abgestimmt. In einem nächsten Schritt werden die vorliegenden Dokumente bei der Ethikkommission des Landes Berlin sowie der zuständigen Bundesoberbehörde (BfArM) eingereicht. Ein positives Votum beider Einrichtungen ist eine notwendige Voraussetzung für den Studienbeginn. Wir rechnen im besten Fall mit dem Abschluss des Genehmigungsprozesses und mit einem Studienbeginn im Mai 2010. Unsere bisherigen Erfahrungen mit der Initiierung und Durchführung von Arzneimittelstudien zeigen, dass mit Verzögerungen zu rechnen ist. Sie sind meist in der Komplexität des Genehmigungsverfahrens und den hohen Zeitaufwendungen für eine medizinische und logistische Studienvorbereitung begründet. Die Studie ANA-ALS01 wird durch die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) finanziell unterstützt und ermöglicht. Die MPG ist eine der führenden Wissenschaftsorganisationen in Deutschland.

In der Studie ANA-ALS01 soll ein bereits bekanntes Medikament mit dem Inhaltsstoff Anakinra (ANA) bei der ALS untersucht werden. ANA ist ein biotechnologisch hergestellter Antikörper, der zur Behandlung von rheumatologischen Gelenkserkrankungen (Rheumatoide Arthritis) unter dem Handelsnamen Kineret® in Deutschland zugelassen ist. ANA ist ein immunologischer Hemmstoff, der gegen das Eiweiß Interleukin-1 (IL-1) gerichtet ist. IL-1 hat eine bekannte Funktion bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von schädlichen Immunprozessen. Bei der ALS ist eine Verträglichkeit und Wirksamkeit von ANA noch unbekannt. Der klinische Prüfung von ANA bei der ALS ist durch grundlagenwissenschaftlichen und tierexperimentelle Untersuchungsergebnisse begründet. Dabei konnte in der Arbeitsgruppe von Professor Arturo Zychlinski am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin ein überschüssiges Vorkommen von IL-1 und eine Verlangsamung des Krankheitsprozesses durch ANA im ALS-Tiermodell gezeigt werden. Die experimentellen Erkenntnisse der ANA-Behandlung in einem gentechnisch herstellten Mausmodell der ALS lassen jedoch noch keine Schlussfolgerungen zu einer Wirksamkeit bei Patienten mit einer ALS zu, so dass klinische Studien beim Menschen erforderlich sind. Vor diesem Hintergrund führen wir eine erste Studie von ANA bei der ALS durch, in der die Verträglichkeit von ANA bei der ALS untersucht werden soll. Als zusätzliches Ziel der klinischen Studie soll überprüft werden, ob bei einzelnen Patienten eine Verlangsamung der Erkrankung erreicht werden kann. Die hauptsächliche Zielstellung der ANA-Verträglichkeitsstudie bei der ALS soll die Frage klären, ob das Medikament eine hinreichende Sicherheit und Verträglichkeit aufweist, um im Anschluss eine Wirksamkeitsstudie bei einer größeren Zahl von ALS-Patienten durchzuführen. Die ANA-Verträglichkeitsstudie wird in unserer ALS-Ambulanz als alleiniges Studienzentrum erfolgen. Insgesamt werden 20 Patienten teilnehmen.

Um an dieser Studie teilnehmen zu können, müssen die Patienten bestimmte sogenannte Einschlusskriterien erfüllen bzw. es dürfen Ausschlusskriterien nicht erfüllt sein. Auf Grund dieser pharmakologischen Eigenschaften zielt ANA auf den Krankheitsprozess an den peripheren Nerven und den Nervenwurzeln außerhalb des ZNS, die ebenfalls bei der ALS betroffen sind. Die ANA-Behandlungsstrategie ist vor allem bei ALS-Patienten geeignet, die eine überwiegende Betroffenheit des 2. Motorischen Neurons aufweisen. Klinisch stellt sich die Schädigung des 2. Motorischen Neurons durch einen ausgeprägten Muskelschwund (Myatrophie), schlaffe Lähmungen (periphere Paresen) oder eine Abnahme der Muskelmasse der Extremitäten und des Rumpfes (Wasting (engl.)) dar. Diese klinischen Merkmale können Ihr Facharzt für Neurologie oder andere Ärzte mit Erfahrung bei der Versorgung von ALS-Patienten feststellen. Eine Behandlung von ALS-Patienten mit einer ausgeprägten Spastik scheint nach dem heutigen Kenntnisstrand nicht geeignet, da die Ursache der Spastik in einer ALS-bedingten Schädigung von ZNS-Strukturen liegt, die von ANA nicht erreicht werden können. Daher sind Patienten mit einer überwiegenden Spastik von der Studie ausgeschlossen.

Einschlusskriterien (Auswahl)

  • Diagnose einer ALS mit überwiegender Schädigung des 2. motorischen Neurons oder der klinischen ALS-Variante einer Progressiven Muskelatrophie (PMA)
  • Klinische Zeichen für eine Störung des 2. Motorischen Neurons in mindestens einer anatomischen Regionen außerhalb der Bulbärregion  
  • Symptombeginn der Lähmungen (Paresen) vor mindestens 6 Monaten
  • Behandlung mit dem Medikament Rilutek (Riluzol) 100 mg/Tag seit mindestens 1 Monat


Ausschlusskriterien (Auswahl)

  • Diagnose einer ALS mit überwiegender Schädigung des 1. Motorischen Neurons (klinische Variante einer spastischen ALS)
  • Diagnose der klinischen ALS-Variante einer Primären Lateralsklerose (PLS)
  • Vitalkapazität der Lunge <50%
  • Behandlung mit einer sonstigen Studienmedikation < 1 Monat vor Studienbeginn
  • Diagnose der klinischen ALS-Variante einer Primären Lateralsklerose (PLS) Symptombeginn der Lähmungen (Paresen) vor mehr als 48 Monaten Vitalkapazität der Lunge <50%


Die Studienbehandlung besteht in einer täglichen Injektion unter die Haut (subkutane Injektion) mit einer Fertigspritze, die durch Sie selbst oder durch eine angeleitete Hilfsperson für die Dauer von 52 Wochen vornehmen. Eine Vertragsapotheke liefert das Medikament unter Aufrecherhaltung einer erforderlichen Kühlkette an die Wohnadresse des Patienten. In der häuslichen Umgebung wird das Medikament ebenfalls in einem Kühlschrank gelagert. Die übliche Riluzol-Medikation von 100 mg/Tag wird weitergeführt. Eine Placebobehandlung ist nicht vorgesehen.

Eine detaillierte Beschreibung der Behandlung, der erforderlichen Untersuchungen, der Abläufe, Belastungen, möglichen Risiken und Nebenwirkungen wird im Detail in der Rubrik „Therapiestudien“ beschrieben.

Bei Interesse an einer Studienteilnahme und möglichen Eignung anhand der Ein- und Ausschlußkriterien empfehlen wir eine Kontaktaufnahme mit der verantwortlichen Prüfärztin: teresa.holm@charite.de

 

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